Was versteht man unter „Divestment“?
Divestment ist ein relativ neues Instrument moderner Menschenrechtskampagnen, das Regierungen, die schwere Menschenrechtsverletzungen begehen, an einer besonders empfindlichen Stelle trifft – in ihren Wirtschaftsinteressen.
Darfur-Divestmentkampagnen wenden sich an Finanzinstitute, die den Völkermord in Darfur direkt oder indirekt mitfinanzieren, indem sie an Firmen beteiligt sind, die mit der sudanesischen Regierung Geschäfte machen. Die Finanzinstitute werden aufgefordert, ihre Investitionen in im Sudan tätige Firmen zurückzunehmen. Zeigen sie keine Reaktion, werden ihre Aktionäre angesprochen bzw. wird öffentlich Druck gemacht.
Gezieltes Divestment betrifft ausschließlich Firmen, die mit der sudanesischen Regierung oder einem von ihr geschaffenen Projekt in Geschäftsbeziehungen stehen. Nicht betroffen sind Firmen, deren Geschäfte der Zivilbevölkerung zugute kommen und deren Geschäftspolitik eine ausdrücklich formulierte, verantwortungsvolle Strategie bezüglich des Völkermordes in Darfur erkennen lässt (z.B. Firmen, die mit der Herstellung und Verteilung von Nahrungsmitteln oder Konsumgütern, mit Bildung oder der Vermittlung von Dienstleistungen zu tun haben).
Welche Firmen sind betroffen?
Im Zentrum der weltweiten Divestment-Kampagnen stehen Ölfirmen:
90 Prozent der sudanesischen Exporteinnahmen stammen aus dem Ölhandel.
Über 70 Prozent dieser Einnahmen werden von der sudanesischen Regierung für Militärzwecke ausgegeben – d.h. sie werden zur Finanzierung des Völkermordes benutzt!
Dominiert wird die Ölindustrie im Sudan von folgenden vier ausländischen Firmen:
China National Petroleum Corporation (China), Petronas (Malaysia), Oil and Natural Gas Corporation (Indien) und Sinopec (China).