Wie in vielen bewaffneten Konflikten, so ist es auch in Darfur unmöglich, eine exakte Zahl aller Opfer zu ermitteln, während die Kämpfe noch weiter anhalten. Erschwert werden diese Bemühungen von Menschenrechtlern und Journalisten durch eine Politik der Desinformation der sudanesischen Regierung. So wird ausländischen Journalisten systematisch die Einreise nach Darfur verweigert. Wer es trotzdem versucht, wird verhaftet. Auch sudanesische Journalisten werden eingeschüchtert und inhaftiert, wenn sie kritisch über die Lage in Darfur berichten.
Seit die Vereinten Nationen im Jahr 2006 erstmals von 200.000 Opfern in Darfur sprachen, hat sich die humanitäre Lage immer mehr verschlechtert. Hunderttausende Menschen mussten seither fliehen, so dass nach unserer Einschätzung davon auszugehen ist, dass bis zu 400.000 Menschen zu Tode gekommen sind. Statt diese Zahl willkürlich in Frage zu stellen, sollte der Sudan endlich seine Grenzen öffnen, um unabhängigen internationalen Menschenrechtsexperten zu ermöglichen, das wahre Ausmaß des Genozids zu untersuchen.