Wissenswertes
Schrecken ohne Ende

Als Beginn des Darfur-Konflikts gilt der 26. Februar 2003. Damals übernahm eine Rebellengruppe namens DLF (Darfur Liberation Front) die Verantwortung für einen Überfall auf eine Regierungseinrichtung in Golo. Nachdem diese und andere Rebellen mehrere militärische Erfolge gegen die Regierungstruppen erzielen konnten, veränderte die Regierung im Sommer 2003 ihre Strategie. Anstatt auf die erfolglose Armee, setzte man nun auf eine Kombination von militärischer Aufklärung, Luftwaffe und den Janjaweed.

Die Janjaweed-Milizen rekrutieren sich aus Stämmen in Darfur, die sich eher als arabisch denn als afrikanisch verstehen. Sie wurden von der Regierung mit Waffen und Funkgeräten ausgestattet und zum zentralen Element der Aufstandsbekämpfung gemacht. Sie begehen bis Heute massive Menschenrechtsverletzungen, um den Rebellen die Grundlage zu entziehen.
Dazu überfallen sie systematisch "afrikanische" Dörfer, deren Einwohner sie vergewaltigen, berauben und oft ermorden. Dörfer von Stämmen die als "arabisch" verstanden werden, bleiben unberührt. 

Selbst wenn das eigentliche Ziel der sudanesischen Regierung "nur" die Vertreibung der als "afrikanisch" verstandenen Bevölkerung ist, haben die Opferzahlen mit etwa 400 000 bereits eine Höhe erreicht, dass man von Völkermord sprechen muss. Zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht vor den Übergriffen der Janjaweed.

Durch diese menschenverachtende und mörderische Kampagne ist es der sudanesischen Regierung gelungen, mehrere Ziele zu erreichen:

1. Die Rebellengruppen haben keinen Rückhalt und sind militärisch in der Defensive.

2. Die benachbarten Länder Tschad und Zentralafrikanische Republik sind durch die Flüchtlingsströme destabilisiert.

3. Die Ölfelder in Darfur sind für die sudanesischen Regierung gesichert, die das Öl nach China exportiert und im Gegenzug politisch unterstützt wird.